Berühmte Chemiker

Spätestens ab dem Chemieunterricht in der Schule, kommt man zwangsläufig mit dem berühmten Chemiker Emil Erlenmeyer in Berührung. Dieser war nicht nur Namensgeber des Erlenmeyer- Kolbens (Glasgefäß mit nach oben hin verengtem Halslauf, welcher beim Schwenken von chemischen Substanzen unkontrolliertes entweichen eindämmt.), sondern machte weitere glorreiche Entdeckungen.

Im Jahre 1862 entdeckte er die Mehrfachbindung, er Prägte dieses Prinzip und formulierte so die 3 Alkane

- Ethan
- Ethen
- Ethin

welche auch heute noch in deren Form verwendet werden. Anknüpfend daran entstand auch die berühmte Erlenmeyer- Regel welche besagt, dass nicht mehr als eine Hydroxylgruppe an einemeinzelnen Kohlenstoffatom anreihen darf. Zwei benachbarte Kohlenstoffatome hingegen dürfte je eine Hydroxyfunktion, was umgangssprachlich als vicinale Diole bezeichnet wird.

Des Weiteren sind die Erfindungen des Asbestdrahtnetzes und Verbrennungsofens auf Erlenmeyer zurück zu führen. Durch die Zielstrebigkeit dieses Chemikers, mit welcher es sich speziell bei der Begriffsbestimmungen eingesetzt hat, wurde erst die organische Strukturchemie möglich, welche sich dank ihm zu der Zeit langsam entwickelte.

Der Chemiker wurde am 28. Juni 1825 in Taunusstein-Wehen (bei Wiesbaden) geboren. Mit vollen Namen heißt er Richard August Carl Emil Erlenmeyer. Zunächst studierte er in Gießen Medizin, jedoch ab dem Jahre 1845 nahm Erlenmeyer rege an den Chemie-Vorlesungen von Justus von Liebig teil. Auf Wunsch von seinem Vater, legte er das pharmazeutische Staatsexamen in Nassau ab. 1849 erwarb er eine Apotheke die er aber nur wenige Jahre betrieb. Als er 1850 nach zurück zu seinen Wurzeln kehrte, promovierte Erlenmeyer mit seiner Arbeit über basisches Cyanblei.

Mittlerweile unterrichtete der Chemiker an der der Wiesbadener Handels- und Gewerbeschule. Da die finanziellen Mittel jedoch knapp wurden, habilitierte er 1855 bei Robert Bunsen in Heidelberg mit dem Thema Mineraldünger. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenmitglied des Nassauischen Vereins für Naturkunde ernannt. Bemerkenswert ist das Erlenmeyer schon 1857 Privatdozent war. Nebenher betrieb er eine kleine Chemiefabrik, und eine Beratungsstelle für Düngemittelproduzenten. Zudem arbeitete er Nebenberuflich als Redakteur für eine Zeitschrift, welche sich mit der Chemie und Mathematik beschäftigte. So konnte der Chemiker schon in jungen Jahren mit seinen Theorien auf sich aufmerksam machen und fand so auch zahlreiche Kollegen, mit denen er liebend gerne debattierte. 1884 ernennte man Erlenmeyer zum Präsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft.

Am 22. Januar 1909 verstarb Emil Erlenmeyer in Aschaffenburg, seine Erfindungen und Thesen jedoch werden ewig leben.

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